Kernspintomographie oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)

Das ist schon beeindruckend: der Kernspin-Tomograph ist das größte und aufwendigste Untersuchungsgerät, das es in der Medizin überhaupt gibt, mit einem extrem starken Magneten, anspruchsvollster Technik und angeschlossenem Hochleistungscomputer!

Da könnte man Angst bekommen – und dabei ist die Untersuchung ganz harmlos: Man legt sich auf eine Untersuchungsliege, bekommt einen Kopfhörer aufgesetzt und wird in eine "Röhre" geschoben, die beleuchtet ist und in der man bequem liegen kann. Es ertönt ein Dröhnen, das fast einschläfernd wirkt, so dass man kaum merkt, wie die Zeit vergeht – viele schlafen dabei tatsächlich ein. Nichts weiter passiert und doch erhält der Radiologe Bilder des Körpers von einer Art, wie sie früher noch undenkbar waren.

Seit 2014 verfügt unsere Praxis über ein neues MRT.

Das physikalische Prinzip dieses Verfahrens wurde bereits vor über 50 Jahren von den Wissenschaftlern Bloch und Purcell entdeckt. Aber erst mit der modernen Computertechnik wurde es möglich, die Magnet-Resonanz-Tomographie für die medizinische Bildgebung einzusetzen. Für ein einziges Bild müssen Millionen von Rechnungen durchgeführt werden und bei einer normalen Untersuchung entstehen mindestens 100 Bilder, oft noch viel mehr, die einzeln betrachtet werden müssen. Das benötigt etwas Zeit, dennoch können wir Sie nach der Untersuchung bereits über das Ergebnis informieren.

Der aufwändigste Bestandteil des Kernspin-Tomographen ist ein starker Magnet, der aus supraleitenden Kupferdrahtspulen aufgebaut ist. Die Supraleitung erfordert eine Abkühlung der Spulen auf unter 200 °C - aber keine Angst, man friert nicht während der Untersuchung! Während beim Röntgen Strahlen durch den Patienten geschickt werden, werden bei der Magnet-Resonanz-Tomographie Radiowellen eingesetzt, genau die gleichen, die auch ein UKW-Radio empfängt. Deshalb muss der Magnet durch einen aufwendigen Metallkäfig abgeschirmt werden, um nicht durch Radiowellen gestört zu werden, was die ungewöhnlich stabile Tür zum Untersuchungsraum erklärt.

Das starke Magnetfeld ist im Prinzip völlig ungefährlich, selbst Zellkulturen, Bakterien und kleinste Tiere ließen nach stundenlangem Aufenthalt in sehr viel stärkeren Magnetfeldern keine Schäden erkennen. Allerdings reagieren Metallteile im Menschen sehr empfindlich auf das Magnetfeld, das gilt besonders für Herzschrittmacher, chirurgische Clips nach Kopfoperationen oder fest eingepflanzte Hörhilfen (Cochleaimplantate). Menschen mit solchen "Einbauten" dürfen deshalb meistens nicht in das Magnetfeld kommen; solche mit künstlichen Hüftgelenken, den meisten künstlichen Herzklappen, Gefäßstents und chirurgischen Clips nach Lungen- und Bauchoperationen können dagegen ohne weiteres untersucht werden.

Im Zweifelsfall bitten wir um rechtzeitige Rücksprache, besonders, wenn Sie am Kopf, am Auge oder am Ohr operiert worden sind und dabei Fremdkörper eingesetzt worden sind.

Frauen, die zur Schwangerschaftsverhütung eine “Spirale” in die Gebärmutter eingesetzt bekommen haben, sollten vom Frauenarzt nach der Untersuchung die korrekte Lage der Spirale überprüfen lassen, da in Einzelfällen Spiralen verschoben worden sind.

Schwangere sollen aus prinzipiellen Gründen innerhalb der ersten drei Monate einer Schwangerschaft nicht untersucht werden.

Informieren Sie uns bitte, wenn Sie Rollstuhlfahrer sind. Die Untersuchung ist dann trotzdem möglich, erfordert aber eine besondere Vorbereitung.

Sie ziehen sich in einer Umkleidekabine um, wobei Sie, soweit möglich, alle Metallteile wie Armbanduhr, Brille, Ohrringe, Haarklammern, Ketten, Ringe, Scheckkarten, Gürtelschnallen, Münzen, Kugelschreiber, Schlüssel u.s.w. ablegen sollen. Büstenhalter sind ebenfalls abzunehmen. Sie sollten keine Kugelschreiber, Füllfederhalter, Reißnägel, Scheren u.s.w. in den Taschen tragen.

Sie werden bequem auf einer Untersuchungsliege gelagert. Zum Zudecken bringen Sie bitte ein Badehandtuch mit. Zusätzlich können wir Sie mit einer Decke zudecken.

Als Schallschutz bekommen Sie einen Kopfhörer auf, mit den wir Sie über den Untersuchungsablauf stets auf dem Laufenden halten.

Bei vielen Untersuchungen können Sie über einen Umlenk-Spiegel aus dem Gerät herausschauen.

Falls Sie sich nicht wohl fühlen, können Sie sich jederzeit mit einer Klingel bemerkbar machen und werden dann sofort aus dem Gerät herausgefahren.

Die Untersuchungsdauer schwankt zwischen 10 und 25 Minuten, je nach Untersuchungsbereich.

Eine Untersuchung besteht aus mehren Bildaufnahmeserien. Bei einer Serie entstehen von einem Körperabschnitt gleichzeitig 20–50 Schnittbilder, das dauert 1–5 Minuten. Bewegt sich die betreffende Körperregion, werden die Bilder unscharf, deshalb eignet sich diese Methode am besten für stillstehende Körperteile: Gehirn, Schädel, Wirbelsäule, Rückenmark, Becken, Knochen und Gelenke. Mit bestimmten "Tricks" können aber auch der Brustkorb und Bauchraum untersucht werden Allerdings nur bei bestimmten Fragestellungen; zumeist ist hier die Computertomographie das geeignetere Verfahren.

Bekannt geworden ist die MRT bei der Diagnostik des Schlaganfalls, von Hirntumoren, Hirnentzündungen, Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankungen, Erkrankungen der Knochen und Gelenke; in letzter Zeit sind einige Erkrankungen des Bauches, des Beckens und die Darstellungen von Blutgefässen dazugekommen. Auch Kinder können untersucht werden, was von den Kinderärzten gerne angefordert wird, da keine Röntgenstrahlung verwendet wird.

Bei der Vielzahl der medizinischen Diagnoseverfahren ist in jedem Falle genau zu überlegen, ob die MRT zur Klärung einer Fragestellung geeignet ist, denn wegen des erheblichen technischen und zeitlichen Aufwandes sind die Kosten für eine Untersuchung nicht eben gering.

Diese Überlegungen erfolgen in enger Abstimmung der Radiologen mit Ihrem Hausarzt oder Facharzt. Die Diagnose entsteht häufig endgültig erst nach Beurteilung mehrerer eingesetzter Diagnoseverfahren, was ebenfalls Zeit erfordert. Wichtig ist es daher für alle Patienten, Röntgenbilder und Bilder anderer Voruntersuchungen mitzubringen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Es handelt sich um eine Maschine modernerer Bauart mit einem starken Magneten von 1,5 Tesla. Wie bei allen modernen Geräten ist die Weite der "Untersuchungsröhre" sehr großzügig bemessen, bei relativ geringer Länge.

Daher können selbst Menschen mit Platzangst (medizinisch "Klaustrophobie") oft erfolgreich untersucht werden. Wer daran leidet, sollte sich mit uns aber rechtzeitig in Verbindung setzen, um geeignete Vorbereitungen zu treffen. Oftmals hilft die Gabe eines Beruhigungsmittels. In diesem Fall können Sie jedoch nicht mehr selbst nach Hause fahren, sondern müssen sich fahren lassen; bis zum nächsten Morgen sind Sie nicht arbeitsfähig und sollten Tätigkeiten meiden, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Menschen mit über 130 kg Körpergewicht können leider nicht untersucht werden, da die empfindlichen Spulen auf der Untersuchungsliege dann Schaden nehmen.